Nachwuchs wie elektrisiert von „MorgenJazz“

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Nachwuchs wie elektrisiert von „MorgenJazz“


Ladenburg: Musiker Marcus Armani will Jugend-Jazzensemble gründen / Workshop-Teilnehmer verspüren große Lust auf Jamsessions

Ladenburg soll nach Möglichkeit ein Jugend-Jazzensemble bekommen: Dies kündigte der in der Römerstadt lebende Gitarrist Marcus Armani nach Abschluss des 1. Jazz-Workshops im Gespräch mit dem "Mannheimer Morgen" an. Armani, der den viertägigen Workshop in den Pfingstferien zusammen mit dem Saxofonisten Nicolai Pfisterer (Hirschberg) initiiert hatte, rannte mit seiner Idee bei Rainer Döhring vom Trägerverein des Jugendzentrums "Kiste" offene Türen ein.

"Wir wollen nun gemeinsam prüfen, wie wir das am besten im künftigen Kulturzentrum Pflastermühle auf den Weg bringen können", sagte Armani. Bei Bürgermeister Rainer Ziegler dürfte das Anliegen auf offene Ohren stoßen. Das Stadtoberhaupt hatte dem Workshop städtische Räume wie Dalberg-Schule und Domhofsaal zur Verfügung gestellt. In der Pflastermühle fanden ebenso wie im Glashaus am Waldpark Jamsessions statt.

Die acht Dozenten, allesamt Größen der regionalen Musikszene, verschmolzen beim "MorgenJazz" auf dem Ladenburger Marktplatz zum "Ladenburger Jazzkollektiv" (wir berichteten gestern). Und dieses begeisternd virtuose Konzert vor zeitweise über 400 Zuhörern hat Folgen: "Vor allem die jungen Workshop-Teilnehmer wirkten danach wie elektrisiert", berichtet Armani erfreut von hochmotivierten Jugendlichen, die plötzlich nicht genug bekommen konnten vom Improvisieren.

Zu diesem Zeitpunkt stand bereits fest, dass in den Pfingstferien 2015 die zweite Auflage des Workshops folgen soll, erneut in Zusammenarbeit mit der Stadt Ladenburg. "Es gibt bereits Anmeldungen dafür", erklärt Armani. "Jazz passt zu Ladenburg", findet auch Bürgermeister Ziegler und sieht dabei wohl ebenso günstige Nebeneffekte für die Römerstadt. Dort existierte einst der legendäre Jazzclub "L´azz". Viele Musiker leben noch unter den Dächern der Stadt. Doch sorgen heute vor allem Einzelakteure wie Galerist Phil Leicht und die Glashaus-Initiative im Waldpark für Konzerte mit Blue-Notes-Flair.

Dass Ladenburg nach kleinen, aber feinen Veranstaltungen auch aus dem Jazz-Fach lechzt, zeigte sich beim Abschlusskonzert der rund 60 Workshop-Teilnehmer an der historischen Wehrmauer am Bischofshof (siehe weiteren Artikel auf dieser Seite). "Die Resonanz der Besucher ist überwältigend. Und wir haben gestaunt, mit welcher Ruhe und Gelassenheit die Jungen aufgetreten sind", freut sich Armani. Auch mit dem Seminar zeigt er sich zufrieden: "Es hat alles super geklappt. Und das Wichtigste ist: Die Teilnehmer haben Lust auf Jamsessions bekommen."

Doch auch wenn am Samstag, 19. Juli,  um 15 Uhr schon die nächste Jazz-Jamsession für Hobbymusiker im Ladenburger Glashaus stattfindet: Bis zum 2. Workshop an Pfingsten 2015 will sich der Jazznachwuchs dennoch nicht gedulden: "Einige sagten uns, dass sie gerne bald weiter machen wollen", erklärt Armani. Aus diesem Grund hatte er Rainer Döhring angerufen, um möglichst das Ladenburger Jugend-Jazzensemble auf den Weg zu bringen. pj

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Geht aus dem 1. Jazz-Workshop bald ein Ladenburger Jugendensemble hervor? Einige Teilnehmer des erfolgreichen Musikerseminars haben Interesse bekundet.


© Mannheimer Morgen, Dienstag, 24.06.2014