Marcus Armanis Bilanz fällt „unfassbar positiv“ aus

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Lindenbaum, historisches Gemäuer, die Sebastiankapelle: Dieser Platz an der Ladenburger Wehrmauer bietet viel Flair für Kulturelles. Wenn dann noch bei Sonnenschein ein gelungenes Freiluftkonzert steigt, strahlen alle: Mit ihrem Abschlusskonzert haben die Teilnehmer des 2. Internationalen Jazzworkshops am Sonntagnachmittag über 200 Zuhörer begeistert und den Ruf der Römerstadt auch als Jazzstandort gestärkt.
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Schon an den Seminarabenden zuvor genossen Musikfreunde öffentliche Jamsessions im Glashaus und im Gewölbekeller des Hotels "Zur Krone". Freilich hatte das Dozenten-Konzert in der "Pflastermühle" des Jugend- und Kulturzentrums "Kiste" besonders hohes Niveau: Als die Ladenburgerin Katrin Armani "Save Your Love For Me" sang oder der Mannheimer Schlagzeuger Wolfgang Disch sein Solo mit Humor sowie Können vortrug, da wussten die rund 100 Teilnehmer aus ganz Deutschland, Österreich und England endgültig, dass sie am richtigen Platz waren.

"Dieser Workshop zeigt, dass Ladenburg ein gutes Pflaster für die vielfältige Tonalität des Jazz ist", findet Rainer Döhring vom "Kiste"-Trägerverein. Dessen Vorstandsmitglieder Sina Fuchs, Chris Friedmann und Thorsten Scharbert hatten sich ebenso stark für die Gäste engagiert wie das "Krone"-Team und die Workshop-Teilnehmer Graham Jones (Schlagzeug) und Hakan Källberg (Gesang) im Glashaus.

"Ladenburg-Blues" selbst getextet


"Unfassbar positiv" fällt gestern auch die Bilanz von Marcus Armani aus. Am Tag danach ist der Gitarrist als einer von insgesamt neun Dozenten aus der Region und Workshop-Organisator neben dem Leutershausener Saxofonisten Nicolai Pfisterer lediglich stimmlich etwas angeschlagen: An vier Tagen vor größeren Gruppen zu reden, das greift die Stimme freilich an. "Glücklicherweise waren vier von zehn Teilnehmerinnen des Gesangskurses meiner Frau Logopädinnen und haben mir Tipps für die Stimmbänder gegeben", erzählt Armani.

Eine dieser hilfreichen Frauen ist Nikola Gutberlett aus dem rheinhessischen Stadecken-Elsheim. Sie eröffnete als Sängerin in der Combo von Drummer Disch das Abschlusskonzert mit "Summertime" und bestritt damit ihren ersten größeren Auftritt. Außerdem eroberte die Gesangsklasse von Frau Armani die Publikumsherzen mit dem witzig selbst getexteten "Ladenburg-Blues" aus einer Kompositionsübung.

"Der Workshop war super gut organisiert, und Ladenburg ist eine nette, schöne Stadt mit freundlichen Einwohnern", sagt Sängerin Gutberlett. "Meine Erwartungen wurden übertroffen", berichtet erfreut der Frankfurter E-Bassist Mario Ricketts. Sein Duopartner und Gitarrist Jonas Vogt war bereits 2014 Teilnehmer und hatte ihn diesmal gleich mit angemeldet. "Besonders toll war, dass für jede Leistungsstufe etwas dabei war", sagt Ricketts, der als Anfänger ebenso gut mitkam wie die elfjährige Saxofonistin Svenja (Mannheim) und der 13-jährige Pianist Malte (Ladenburg) sowie fünf weiteren Musikern aus dem Jugendjazzensemble Ladenburg als jüngste Teilnehmer.
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Dennoch wollen Armani und Pfisterer das Angebot für die dritte Auflage in den Pfingstferien 2016 ausweiten: "Die Harmonielehre auf verschiedenen Levels war ein Riesenerfolg, aber ebenso großen Bedarf gibt es auch an Kursen in Rhythmik." Weitere Dozenten: Heiko Hubmann (Trompete), Garrelt Sieben (Posaune), Volker Engelberth (Piano), Martin Simon (Bass) und Paul Stoltze (Saxofon).

© Mannheimer Morgen, Dienstag, 09.06.2015