Armani² bringt „The Sound of Hollywood“ grandios zum Klingen

Jazz_im_Herbst_2014_Mamo

Stimmungen von rührend bis rockig


Das Ladenburger Duo "Armani²", also Gitarrist Marcus und Sängerin Kathrin Armani, begeisterte sein Publikum mit "100 Jahre Jazz der Traumfabrik Hollywood".



Ein Glanzlicht reihte sich an das nächste bei der jüngsten Auflage von "Jazz im Herbst" mit dem Ladenburger Musikerehepaar Kathrin und Marcus Armani. Nach "Pannonica: Die Jazzbaroness und die Musik von Thelonious Monk" im Vorjahr widmete sich das Duo "Armani²" diesmal Filmsongs. "The Sound of Hollywood - 100 Jahre Jazz der Traumfabrik" hieß das sorgfältig konzipierte und virtuos dargebotene Programm mit ebenso historischem wie musikalischem Anspruch vor knapp 100 Zuhörern im Domhofsaal.

Von rührend bis rockig reichte die Palette der Stimmungen bei Songs wie My Romance (Film "Jumbo", 1962) und When You Whish Upon A Star ("Pinocchio", 1940). Unter anderem bei Letzterem kam Kathrin Armanis geschulte Stimme besonders schön zum Tragen: Klar und kraftvoll sowie sicher in allen Tonlagen. Ebenso gekonnt, ja virtuos wie auch ihr Scat-Gesang: das Gitarrenspiel von Ehemann Marcus. Beide haben schon bei den Ladenburger "MorgenJazz"-Konzerten 2013 und 2014 auf dem Marktplatz begeistert und inzwischen viele Fans.

Alle dargebotenen Stücke gehörten zu Filmsoundtracks aus verschiedenen Epochen bis heute. Mit "Sweet Home Chicago" vom großen Robert Johnson gab´s sogar einen Blues zu hören. Der Song des Deltablues-Kings und Vorbilds vieler Rockgitarristen war im 1986er US-Roadmovie "Crossroads - Pakt mit dem Teufel" zu hören. Originell: Beim mehrdeutigen Beatles-Titel "Lucy In The Sky With Diamonds" spielte Dr. Paul Jülicher, ein Ladenburger Naturwissenschaftler und Vater mehrerer jazzbegeisterter Armani-Schüler, eine Sprechrolle im Domhof.

Auch Kathrin Armani las vor, und zwar Gedanken, die Zuhörer vor dem Konzert zu Papier gebracht hatten: Wer mochte, durfte eingangs aufschreiben, was ihm gute Laune macht. Die zur Musik eingestreuten Besucherzitate passten freilich zu "My Favourite Thing" (meine Lieblingsbeschäftigung) aus dem Musical-Film "The Sound of Music".

Zu weiteren Höhepunkten zählten Stücke, bei denen Gitarrist und Sängerin die Methode "Live Looping" anwendeten. Dabei kam ein Effektgerät zum Einsatz, das eingangs der Darbietung aufgenommene Töne in Endlosschleife (Loop) wiederholt. Darüber improvisierten beide abwechselnd, was die klanglichen Möglichkeiten des Duos erweiterte und zu ausdrucksstarken Akzenten führte.

© Mannheimer Morgen, Dienstag, 07.10.2014